Energie Umwelt

Klimaversagen

Stürme in Rekordstärke in Serie.

Es wird immer schwieriger, dabei die Augen vor den heute schon zu beobachtenden Folgen des Klimawandels zu verschliessen.

Die Schadensmeldungen der Rückversicherer explodieren in astronomische Höhen. Und dennoch. Wieder einmal produzierte eine Klimakonferenz nichts als CO2.

Polen war bestrebt, jede Einschränkung der Kohleverstromung zu unterbinden. Sie werden auch weiterhin die europäische Klimaschutzpolitik, mal mit mal gegen Deutschland, nach Kräften blockieren.

Australien als weltgrößter Kohleexporteur verfolgt seine ganz eigene egoistische Agenda.

Kanada ist entfesselt von der Rolle. Die wollen ihren Ölsandboom bis zum letzten Tropfen ausnutzen. Koste es was es wolle.

Weder die USA noch China oder Indien werden auch in den kommenden Jahren irgendwelche Einschränkungen akzeptieren.

Indonesien und Brasilien werden auch weiterhin jeden verfügbaren Quadratmeter Urwald ‘ökonomisch nutzen’.

Und was ist mit dem ehemaligen Klimamusterland?

In Deutschland ist die Klimaschutzrhetorik längst ermattet. Klimaschutz spielte weder im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle, noch in den derzeitigen Koalitionsverhandlungen.

Daran haben wir GRÜNEN unseren Anteil. Klimaschutz unter dem Motto ‘raus aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe’ hätte das zentrale Thema der GRÜNEN sein müssen und nicht ‘Steuererhöhung’. Nun, die Quittung war saftig und berechtigt.

Was folgern CDU und SPD aus der Watsche für die GRÜNEN? Klimaschutz und Energiewende sind ‘nice to have’, wenn man sie sich finanziell erlauben kann.

Für die CDU ist die Energiewende ganz wesentlich eine Fragestellung eines niedrigen Energiepreises.

Für die SPD ist sie im Kern eine Frage, wie man die Braun- und Steinkohleverstromung über die Zeit retten kann. Sie bejammert wegfallende Arbeitsplätze in alten Industrien und verhindert damit die Entstehung neuer Arbeitsplätze in neuen Industrien.

Ein Klimaschutzgesetz für konkretes Umsetzen eines realistischen aber ambitionierten Klimaschutzziels wird es mit der GroKo nicht geben. Keine von beiden Koalitionären verfolgt das Ziel des vollständigen Verzichts auf die Verbrennung fossiler Energieträger. Dabei ist genau diese Verbrennung fossiler Energieträger Zweidrittel des 36 Milliarden Tonnen Treibhausgasproblems der Erde. Das andere Drittel des Problems ist die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrer Massentierhaltung.

Stattdessen verheddert man sich mit Nettigkeiten und im Tinnef.

Wie soll der Klimawandel aufgehalten werden, wenn sich nichts ändern darf? Genau das ist die 5 Cent Gretchenfrage deutscher Klimapolitik. Die CDU hat sich gerade vom Wähler erfolgreich ihren ewigen Auftrag erneuern lassen: ‘nichts soll sich ändern, alles soll so bleiben wie es ist‘.

Man beklagt die Risiken der Energiewende anstatt die Chancen als Ansporn zu nutzen und zu kommunizieren. Kein Paradigmenwechsel ist ohne Risiko. Aber er bietet auch enorme Chancen. Gerade für eine exportorientierte Hochtechnologienation wie Deutschland sind die Chancen enorm, wenn man sich nur traute. Stattdessen wächst mit jedem vertanen Jahr das Risiko, in einen Paradigmenwechsel ‘designed by Nature’ hineinzuschlittern, der nur Verlierer hinterlassen wird. Zumindest bei den Menschen und den höher entwickelten Arten. Die Zeit läuft …