Umwelt

Kahlschlag

Bäume haben es in Schenefeld nicht leicht. Beim kleinsten Anzeichen von Schwäche droht die Kettensäge. Verkehrswegesicherheit ist das Argument, mit welchem man das Fällen noch jeden Baumes rechtfertigen kann. Egal wo. Egal, ob in seiner Nähe ein Weg oder eine Straße verläuft oder es sich um eine Waldfläche oder wie jetzt an der Düpenau, um eine Renaturierungsfläche handelt, die bisher ein kleines Naturrefugium im Verlauf der Düpenau war. Abgeschirmt durch Gebüsch, damit Spaziergänger merken, ‘hier bin ich unerwünscht’, das ist eine Insel für Vögel und Amphibien.

Und wenn in solch einem Gebiet bei Windstärke 10 bis 12 ein Ast abbricht oder gar ein Baum fällt, so fällt er halt. Auch Altholz ist in solch einem Gebiet von Wert. Und jetzt das! Alles Gebüsch, alle Hecken sind weg. Zahlreiche Bäume wurden gefällt und damit man Zugang zu den Bäumen fand, wurden breite Schneisen geschlagen, zerwühlt von Kettenfahrzeugen. Hier ist keine Natur mehr. Hier sind nur noch Zerstörung und Hundebesitzer, die das frisch gerodete Gebiet schon jetzt gerne annehmen.

Düpenau Wanderweg: Fällaktion im März 2013

Düpenau Wanderweg: Fällaktion im März 2013

Offensichtlich gesunde Bäume wurden ebenso gefällt wie irgendwie kranke. Man erkennt es noch an den Markierungen der Baumgutachterin. Aussagen der Stadt, es wären keine gesunden Bäume gefällt worden, sind offensichtlich falsch und ganz sicher nicht zu belegen. Die markierten Stümpfe existieren allerdings nur noch als Fotos, denn sie wurden bei erster Gelegenheit wieder durch Einsatz schweren Geräts herausgefräst.

Zwischen 2.000 und 5.000 alte Bäume verschwanden so in den vergangenen Jahren auf Schenefelder Gebiet. Neuanpflanzungen? Fehlanzeige!

Wie erklärt man, dass in Gebieten gefällt wurde, in denen niemand etwas verloren hat?

Wie erklärt man die vollständige Beseitigung von Büschen und Hecken vom Ufer der Düpenau mit ‘Verkehrswegesicherheit’?

Wie erklärt man die umfassende Zerstörung als Pflegemaßnahme?

Wie erklärt man, dass der Naturschutzbund (NABU) trotz Zusage der Bürgermeisterin wieder nicht konsultiert wurde?

Wie rechtfertigt man die Kosten für die offensichtlich sinnlose Maßnahme?

Wir wollen, dass die Naturzerstörungen endlich aufhören! Wir wollen, dass Natur- und Umweltschutz in Schenefeld endlich wieder etwas wert sind. Auch dann werden kranke Bäume an Straßen und Wegen gefällt werden müssen, sofern sie wirklich in der Standsicherheit gefährdet sind. Aber dann wird auch der NABU davon überzeugt sein und es wird festgesetzt werden, wie Ersatz geschaffen wird!

Wir haben viele, sehr viele Fragen an die Stadt und haben ihr daher, abgestimmt mit dem NABU, einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Wir erwarten Antworten, keine Ausflüchte und Erklärungen.

mitten im Renaturierungsgebiet ...

mitten im Renaturierungsgebiet …