Soziales Stadtentwicklung

Ein Friedhof für Schenefeld?

Wir haben eine neue Diskussion über einen Friedhof für Schenefeld – und das ist gut so.
Wir haben auch schon Festlegungen einiger Parteien dazu – das ist unseriös.

Wie ist nun die Situation heute?

In der Nähe von Schenefeld liegen mindestens 4 Friedhöfe, etwas weiter weg noch mehr, und alle haben genügend Platz auch für die Zukunft. Schenefeld zählt zum Kirchenspiel Blankenese, dessen Friedhof sich am Sülldorfer Kirchenweg befindet. Dort haben auch zahlreiche alteingesessene Schenefelder Familien ihren Friedhof. Es kann also jede Schenefelderin und jeder Schenefelder in der Nähe von Schenefeld seinen Platz finden.

Anderseits ist es für einige Schenefelder wichtig, einen eigenen Friedhof im Ort haben und dort später auch begraben zu werden. Dieser Wunsch nach einem weiteren Friedhof auf dem Stadtgebiet von Schenefeld ist verständlich und zu respektieren. Lange Jahre das nicht realisierbar, weil es kein geeignetes Grundstück gab. Jetzt gibt es anscheinend ein für einen Friedhof geeignetes Grundstück.

Warum sollten wir also überhaupt noch zögern, diesen Friedhof zu bauen und zu betreiben?

  • Ein Friedhof ist teuer. Nicht nur die Anfangsinvestition ist hoch – doch das ließe sich sicher einrichten – vor allem wird es dauerhafte jährliche Unterhaltskosten geben. Die Stadt spricht von bis zu € 100.000,- Unterdeckungskosten pro Jahr. Verlässlich sind die Zahlen aber noch nicht – schon das Ermitteln dieser Zahlen durch ein Gutachterbüro war der Stadt zu teuer. Aber eine erhebliche jährliche Unterdeckung ist sicher. Und ohne sichere Daten anfangen- das geht wirklich nicht, gerade bei einem Friedhof, der „auf ewig“ bestehen muss.
  • Der gewählte Standort am Sandstückenweg liegt am Rande eines Gewerbegebietes und einer alten Müllkippe. Ist das wirklich der beste Standort für einen Friedhof?
  • Es gibt kein eindeutiges Votum der Bürger. Eine Befragung anlässlich der letzten Landtagswahl ist leider verunglückt. Es kann daher niemand verlässlich sagen, wie dringend der Wunsch der Schenefelder nach einem Friedhof im Stadtgebiet ist.

Bevor es zu einer Entscheidung für einen Friedhof kommt, muss eindeutig klar sein, welche Kosten für die Anlage und für die jährliche Unterdeckung entstehen und wie diese in guten wie in schlechten Jahren zu finanzieren sind.

Wir GRÜNE wollen, dass diese Untersuchungen zügig angegangen werden. Erst dann kann verantwortungsvoll entschieden werden.

Einige Parteien haben jetzt schon ein klares „Ja“ zum Friedhof in ihr Wahlprogramm geschrieben. Das ist unseriös, weil sie nicht gleichzeitig sagen, woher das Geld kommen soll und was dafür gestrichen werden soll oder welche Steuern dafür erhöht werden sollen. Denn überschüssiges Geld hat Schenefeld bekanntlich nicht.

Zulasten welcher anderer Aufgaben soll der Friedhof finanziert werden? Wo wird dafür gestrichen? Kultur? Sport? JUKS? Verkehrsinfrastruktur?

Der Friedhof muss bezahlt werden und zwar von allen Schenefeldern und Schenfelderinnen.

Die Frage ist also nicht ‘Wollen Sie einen Friedhof in Schenefeld?’. Die richtige Frage lautet ‘Was ist Ihnen ein Friedhof wert?’ Ist ein Friedhof wichtiger als eine weitere Kita oder Verbesserungen in den Schulen? Oder, oder, oder. Dazu brauchen wir Zahlen aus der Verwaltung und auch eine Rückmeldung von den Bürgern und Bürgerinnen.

Wir GRÜNE stellen uns dieser Entscheidung, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.