Verkehrspolitik

Verkehrspolitik

Die rasant fortschreitende Erderwärmung, die nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Entwicklungsgeschwindigkeit und Ausmaß ganz wesentlich von Menschen bewirkt wird, ist eine zentrale Herausforderung der kommenden Dekaden. Die Verbrennung fossiler Energieträger ist dabei Treiber der enormen CO2-Emissionen und beschleunigt ganz wesentlich die aktuelle Erderwärmung. Die Mobilität der Zukunft wird daher zwingend ohne die Verbrennung fossiler Energieträger auskommen müssen. Die Gewährleistung einer Mobilität mit immer geringerem Verbrauch an klassischen Kraftstoffen ist Dreh- und Angelpunkt jeder verantwortlichen und zukunftsorientierten Verkehrspolitik. Dies gilt gerade auch für die Kommunen und Städte.

Ein Kernproblem Schenefelder Planung ist die fehlende Integration von Stadtentwicklung und Verkehrsplanung.

Aufgrund fehlender Verkehrskonzepte stehen einzelne Maßnahmen immer wieder undurchdacht und zusammenhanglos nebeneinander.

  • Schenefeld ist eine auffallend fahrrad- und fußgängerunfreundliche Stadt. Das Radwegenetz ist desolat und entspricht keinem Mindeststandard gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO). In Teilen wurden daher – wie in der Friedrich-Ebert-Allee – Radwege schon zu „nicht benutzungspflichtigen Radwegen“ heruntergestuft. Das heißt, der Radverkehr soll auf der Straße stattfinden, wird aber auf dem Gehweg noch toleriert. Die Fußwegeverbindungen zwischen den Zentren sind überwiegend unattraktiv. Diese geringe Qualität der Rad- und Fußwege ist das Resultat der bislang uneingeschränkten Bevorzugung des Autoverkehrs.
  • Die innerörtlichen Fahrstrecken sind kurz bis sehr kurz, doch sie werden noch immer überwiegend mit dem Auto gefahren.
  • Es bestehen somit erhebliche Verlagerungspotentiale weg vom Auto: innerörtlich primär auf den Fahrradverkehr und im Verkehr von und nach Hamburg auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
  • Aufgrund der Stadtrandlage ist der Anteil des Durchgangsverkehrs hoch. Der Verkehr auf der LSE wird mit der zukünftigen Westumgehung Pinnebergs und der geplanten A 20 nach Schätzungen um ein weiteres Fünftel zunehmen.

Von desolaten Radwegen zum sicheren Radwegenetz

Kernziel grüner Verkehrspolitik für die kommenden Jahre ist die Schaffung aller Voraussetzungen für einen sicheren und komfortablen Radverkehr, auch für Elektroräder (Pedelecs und E-Bikes), und für mehr Sicherheit und weniger Verkehrslärm für Anwohner und Fußgänger.

Wir GRÜNE wollen einen Anteil von Fahrrädern und Elektrorädern am innerörtlichen Verkehrsaufkommen bis 2017 von mindestens 20 Prozent und bis 2020 von mindestens 30 Prozent!

Eine sichere und komfortable Infrastruktur für Radler und Elektroräder besteht aus

  • Tempo-30-Zonen, in welchen das Fahren auf der Straße schon heute Pflicht ist
  • ausgewiesenen Fahrradverbindungen
  • Radstreifen und/oder Schutzstreifen entlang der wenigen Hauptstraßen, für welche Tempo 30 nicht eingeführt werden kann

Alle Hauptverkehrsstraßen, für welche 50 km/h beibehalten werden sollen, müssen zwingend mit Rad- oder Schutzstreifen für den Radverkehr ausgestattet werden.

Auch Bäckerstraße und Mühlendamm werden Tempo-30-Straßen und ermöglichen so eine sichere und komfortable Radwegeverbindung zwischen Dorf und Siedlung sowie dem Schul- und Sportzentrum Achter de Weiden (Schulwegsicherung).

Schenefeld braucht mehr und ausreichend gesicherte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder:

  •     an allen Bushaltestellen, besonders an den Umsteigepunkten
  •     im Bereich öffentlicher Einrichtungen
  •     in den Einkaufszentren und im Stadtzentrum

Die Aufklärung über Rechte und Pflichten von Radlern und Autofahrern muss verbessert werden. Der Kenntnisstand zum Radverkehr ist erschreckend. Die Radfahrausbildung in den Schulen muss wieder intensiviert und in den weiterführenden Schulen fortgesetzt werden.

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung soll zusätzlich die organisatorische Aufgabe eines Radverkehrsbeauftragten übernehmen.

Ruhe im Dorf: mehr Lebensqualität durch Verkehrsberuhigung

 Wir GRÜNE unterstützen das ursprüngliche Begehren der Stadt Schenefeld zu den von Gutachtern im Rahmen der Lärmaktionsplanung vorgeschlagenen Maßnahmen.

  •  Hiernach wird der Durchgangsverkehr aus der Blankeneser Chaussee und der Hauptstraße über den Osterbrooksweg mit Anschluss an die LSE verlegt.
  •  Die Ortsdurchfahrt soll ab der Einmündung Osterbrooksweg in die Blankeneser Chaussee für den LKW-Durchgangsverkehr gesperrt werden.
  •  Für die Hauptstraße und das umgewidmete Teilstück der Blankeneser Chaussee bis zur Einmündung Osterbrooksweg sollen 30 km/h gelten.

Diese Maßnahmen werden zu einer sehr deutlichen Lärmminderung und Verbesserung der Lebensqualität in Schenefeld Dorf führen.

Lärmminderung an der LSE endlich umsetzen!

Die Lärmquelle LSE kann durch die Vorverlegung des Ortseingangs von der Kiebitzbrücke zur Mühlendammbrücke entscheidend gemildert werden.

Seit mehr als 18 Jahren wird diese Forderung von fast allen Schenefelder Parteien vertreten. Wir GRÜNE wollen endlich die Umsetzung erreichen.

Ab der Mühlendammbrücke befindet sich beidseitig bewohntes Stadtgebiet. Daher müssen auf diesem Teilstück endlich 50 km/h als Höchstgeschwindigkeit eingeführt und durchgesetzt werden. Auch die Sicherheit für Fußgänger wird durch diese Maßnahme im Bereich des Stadtzentrums entscheidend erhöht.

Sehr verbesserungsbedürftig: der ÖPNV in Schenefeld

Der öffentliche Personennahverkehr ist in Schenefeld stark verbesserungsbedürftig.

  • Wir GRÜNE unterstützen Pläne zur Einrichtung eines zentralen Umsteigepunktes für den Busverkehr im Bereich des Stadtzentrums. In diesem Zusammenhang ist die fehlende Busverbindung zwischen Schenefeld Zentrum und dem S-Bahnhof Halstenbek endlich zu verwirklichen.
  • Die Umsteigezeiten zwischen den Buslinien 2 und 186 sind am zentralen Umsteigepunkt zu harmonisieren. Die heutige Lösung ist indiskutabel schlecht.
  • Die Linie 186 als Verbindung zum S-Bahnhof Elbgaustraße ist in den Nebenzeiten und am Wochenende in der Taktung zu verbessern
  • Schenefeld benötigt eine umsteigefreie Verbindung von Schenefeld Dorf bis in die Hamburger Innenstadt. Dies kann durch Verlängerung der Linie 3 bis „Schenefeld Mitte“ erreicht werden.
  • Wir GRÜNE unterstützen die Pläne zur Einführung einer Hamburger Stadtbahn mit Linienverbindung nach Schenefeld.

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