Bericht zum Fachgespräch Wärme mit Lars Breuer

Die Preise für Gas und Sprit sind ein Spielball internationaler Konflikte und belasten Haushalte immer stärker.
Die Fragestellung im Fachgespräch der Grünen zur Wärme war die, die sich aktuell sehr viele stellen: „Wie entscheide ich mich klug, wenn ich Wärme so kostengünstig und zukunftssicher wie möglich beziehen möchte?“ Die Antworten lieferte Lars Breuer von Diehn Heizungstechnik als Referent und Experte. 
Neue Gebäude werden entweder durch Fernwärme oder Wärmepumpen beheizt. Wobei Fernwärme in Schenefeld fast ausschließlich bei größeren Mehrfamiliengebäuden zum Einsatz kommt. Gasheizungen werden im Neubau keine mehr verbaut. 
Bei Erneuerungen von Heizungsanlagen im Bestand entscheiden sich im Bundesdurchschnitt mehr als die Hälfte der Kunden für eine Wärmepumpe und bei Diehn Heizungstechnik 9 von 10 Kunden. Für 2026 und die folgenden Jahre wird mit einem verstärkten Trend weg von der Gas- und Ölheizung gerechnet. Da kann die Bundesregierung noch so sehr auf Gas setzen, die Kunden entscheiden sich aus wirtschaftlich guten Gründen immer mehr für die Wärmepumpe als heute effizienteste Wärmetechnik.

Technologisch haben sich Wärmepumpen mit Propan (R 290) als Kältemittel durchgesetzt. Diese sind vor allem auch für ältere Bestandsgebäude, die nicht umfassend energetisch saniert wurden, sehr gut geeignet. Sie erlauben eine deutlich höhere Vorlauftemperatur als Wärmepumpen mit anderen Kühlmitteln. 

Überhaupt sollte eine energetische Sanierung nur in Bezug auf die Senkung des Energiebedarfs ausgelegt werden. Dieses ist vor allem bei dem immer teureren Gas und Öl noch mehr geboten als für die Vorbereitung auf die Umstellung der Gebäudewärme auf eine Wärmepumpe. 
Vor der Umstellung auf eine Wärmepumpe sollte der Energiebedarf des Gebäudes gut ermittelt werden. Eine Wärmepumpe sollte zum Gebäude passen und weder zu klein noch zu groß dimensioniert sein.

Vergleicht man die Kosten für eine neue Gastherme mit denen für eine Wärmepumpe, ist mehr zu vergleichen als nur die reinen Anschaffungskosten.

Eine neue Gasheizung ist in der Anschaffung heute immer günstiger als eine Wärmepumpe. Wobei es jetzt und in den kommenden Jahren noch umfangreiche Förderungen für eine neue Wärmepumpe gibt, so dass letztlich die Anschaffungskosten abzüglich der Förderungen wieder im grünen Bereich liegen. 
Hinzu kommen bei einer Umstellung von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe, Umstellungskosten bedingt durch den Systemwechsel.

Bei Gasheizungen fallen vor allem die hohen und weiter steigenden Gaspreise ins Gewicht, sowie die jährlichen Kosten für den Schornsteinfeger und die höheren Wartungskosten. 
Für Wärmepumpen sind die Wartungskosten niedriger, einen Schornstein gibt es nicht und Strom als Energieträger wird tendenziell eher günstiger werden.

Gas benötigt ein Gasnetz als Versorgungsinfrastruktur. In Deutschland werden alle Versorgungsinfrastrukturen, gleichgültig ob für Wasser, Abwasser, Müll, Gas oder Strom, von den Verbrauchern finanziert und nicht vom „Staat“. Betrachtet man das Gasnetz für ein Quartier, so ist heute schon festzustellen, dass immer weniger Gaskunden an dem Gasnetz angeschlossen sind. Neue Kunden kommen keine mehr hinzu und bestehende Kunden stellen mit steigender Häufigkeit von Gas auf Strom um. Immer weniger Kunden müssen sich somit die Kosten für den Unterhalt und die Abschreibung des Gasnetzes teilen, d.h. die Grundkosten werden in den kommenden 15 Jahren stark ansteigen.

Und was geschieht, wenn nur noch wenige Kunden am Gasnetz hängen? Diese müssen damit rechnen, dass irgendwann um das Jahr 2040 herum, also in weniger als 20 Jahren, das Gasnetz still gelegt wird. 

Das bedeutet, wer sich heute noch eine neue Gasheizung einbauen lässt, wird schon innerhalb der natürlichen Lebensdauer der Anlage mit der Frage zum Umstieg auf eine neue Wärmetechnik konfrontiert werden.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass eine Gasheizung für ein Gebäude mit einer Lebensdauer von mehr als 15 Jahren, teuer und vor allem nicht zukunftssicher ist. Da liegen einfach alle Vorteile bei der Wärmepumpe. Bei Gebäuden, mit einer vorhersehbaren kurzen Restlebensdauer, mögen die niedrigeren Anschaffungskosten einer Gastherme und der nicht erforderliche Systemwechsel den Ausschlag geben.

Das Format „Fachgespräch“ erwies sich wieder einmal als gut geeignet, um Menschen mit rationale Entscheidungsgrundlagen zu unterstützen. Über die positiven Rückmeldungen nach der Veranstaltung haben wir uns sehr gefreut.